Pater Johannes Siebner Vom linken Pazifisten zum Chef der deutschen Jesuiten

17.07.2017

In den 80er Jahren in Berlin stellte er sich zwischen Pazifisten und Polizisten, als Direktor des Internats St. Blasien musste er mit dem Missbrauchsskandal umgehen, heute ist er der neue Provinzial der deutschen Provinz der Jesuiten.

Pater Johannes Siebner © SJ-Bild/Christian Ender

Nach dem Abi hat er erstmal Politik und Theologie studiert, aber hauptsächlich, damit seine Eltern beruhigt sind. Denn vor allem hat er sich politisch engagiert, z.B. in der Friedensbewegung. Auf Demos hat er sich dann zwischen die Blöcke gestellt: die schwarze Front aus Autonomen auf der einen und die Polizisten auf der anderen Seite. Manchmal hatte er auch Blumen dabei. Es waren halt die 80er, sagt er. Daneben war die Jugendverbandsarbeit seine Welt, vor allem die KSJ. Aber das alles reichte ihm nicht und er hat eine Auszeit in Israel genommen - in einem Kibbuz. Der Pazifist erlebte Krieg - und bemerkte, dass er sein Leben nicht sich selbst verdankt. Es zog ihn zu den Jesuiten. Die erste Station war der Jesuitenflüchtlingsdienst in Malaysia. Dann führte ihn sein Weg noch zu vielen anderen Stationen, bis er Direktor im renommierten Kolleg von St. Blasien wurde. Eine wunderbare Zeit für ihn. Allerdings auch die Zeit, in die der Missbrauchsskandal fiel. Über all diese Stationen in seinem Lebenslauf spricht er mit Brigitte Strauß - und natürlich auch darüber, was er aus diesen Lebensstationen mitgenommen hat.

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Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.richters@st-michaelsbund.de


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