"Spenderkind" Miriam Es ist ein Grundrecht, seine Herkunft zu kennen

02.10.2017

Mit 30 Jahren erfährt Miriam, dass sie mittels Samenspende gezeugt wurde. Seitdem versucht sie, ihren biologischen Vater zu finden. Sie ist sogar vor Gericht gezogen, um den Namen zu erfahren.

Eines Tages fragte Miriam ihre Mutter, warum sie erst acht Jahre nach der Hochzeit ihrer Eltern geboren ist. Sie ahnte nicht, dass sie damit das größte Familiengeheimnis entdeckt hatte: Die Mutter gestand ihr unter Tränen, dass sie und ihr Mann offenbar zusammen keine Kinder bekommen konnten. Deshalb sind sie zu einem Arzt gegangen, der eine Samenbank betrieb. Höchst geheim sei das alles gewesen. Die Mutter musste in einen anderen Warteraum als andere Patientinnen, sie legte einen Umschlag mit viel Bargeld auf den Tisch und musste unterschreiben, dass sie Stillschweigen über die Behandlung bewahren werde. Das war im Februar 1984. Heute ist Miriam 32 Jahre alt und sucht ihren biologischen Vater. Doch das ist schwierig. Denn ihre Mutter wurde von zwei Ärzten behandelt. Einer ist bereits verstorben und hat seine Unterlagen vernichtet. Der andere sagt, er habe Miriams Mutter nur vertretungsweise behandelt. Es gibt Widersprüche, die auch ein Prozess nicht klären konnte. Bei "Hauptsache Mensch" spricht Miriam über die Gründe für ihre Suche, über ihr Verhältnis zu ihren Eltern, über den Verein "Spenderkinder", über ihre Einstellung zur Samenspende und darüber, warum es ihr so wichtig ist, ihren biologischen Vater zu finden. Über den weiß sie inzwischen, dass er in München wahrscheinlich Medizinstudent, Student an der Bundeswehrhochschule oder am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck war. Und sie würde sich riesig freuen, wenn Männer, die Anfang der 80er Jahre Samen gespendet haben und auf die diese Beschreibung zutrifft, sich melden würden. Entweder bei uns oder beim Verein Spenderkinder.

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Die Autorin
Brigitte Strauß-Richters
Radio-Redaktion
b.strauss-richters@st-michaelsbund.de